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RankBrain - Künstliche Intelligenz und Machine Learning im Google-Algorithmus

RankBrain – Künstliche Intelligenz und Machine Learning im Google-Algorithmus

Alexander Peketz | 7. 07. 2016 | Blog, IT / Technik, Online Marketing

RankBrain – so heißt Googles neuer Algorithmus, der in den bestehenden Hummingbird Algorithmus integriert wurde. Im August 2015 fand das globale Rollout dieser Erweiterung statt. Seitdem entwickelte sich RankBrain zum drittwichtigsten Rankingfaktor in Googles Suchalgorithmus. Wir stellen euch die neue Entwicklung im Detail vor.

Was ist RankBrain?

RankBrain ist bisher der erste und einzige Rankingfaktor, der auf machine learning bzw. künstlicher Intelligenz basiert. Dabei setzt der Algorithmus die Wörter einer Suchanfrage in Relation zu bereits bekannten Wörtern und Phrasen, filtert die Ergebnisse und prüft wie relevant diese für die Suchanfrage sind.

Speziell bei vollkommen neuen Wortkombinationen und Suchphrasen, die etwa 15% der Suchanfragen bei Google ausmachen, kommt RankBrain zum Einsatz: Bis dato unbekannte Muster in der Suchanfrage werden generalisiert und auf bekannte Muster zurückgeführt, wodurch die Suchmaschine stetig ihre Fähigkeiten verbessert die SERPs auszuwerten und zu filtern.

 

Wie funktioniert RankBrain?

RankBrain zerlegt eine Suchanfrage und wandelt die einzelnen Satzteile in mathematische Vektoren um. Diese Vektoren werden dazu verwendet, um verschiedene Wörter und Phrasen auf Basis von bestehenden Texten semantisch in Beziehung zu setzen.

Je nach semantischer Nähe oder Distanz zwischen diesen Wörtern und Phrasen wird der Beziehung ein bestimmter Wert zugewiesen. Somit werden sprachliche Beziehungen mess- und vergleichbar. Besonders bei mehrdeutigen Suchbegriffen, umgangssprachlichen Formulierungen und Spracheingaben (dialogische Suche) kommt RankBrain zum Einsatz.

 

Künstliche Intelligenz oder Machine Learning?

Machine Learning bzw. Maschinelles Lernen bezeichnet ein System, welches mit Beispielen gefüttert wird und diese nach Beendigung der „Lernphase“ verallgemeinert. Dadurch ist das System in der Lage Muster und Gesetzmäßigkeiten in den Lerndaten zu erkennen und diese bei neuen Aufgaben anzuwenden. Die Grenze zwischen Machine Learning und künstlicher Intelligenz ist dabei fließend.

Grundsätzlich werden 3 verschiedene Arten von künstlicher Intelligenz bzw. AI (artificial intelligence) unterschieden:

 

  1. Artificial Narrow Intelligence (ANI): Diese Art der künstlichen Intelligenz ist nur auf eine bestimmte Tätigkeit ausgerichtet (z.B.: ein Schachcomputer)
  2. Artificial General Intelligence (AGI): Eine künstliche Intelligenz, die sich wie ein Mensch verhält und lernt wird als AGI bezeichnet.
  3. Artificial Super Intelligence (ASI): Die ASI stellt eine viel höhere Form künstlicher Intelligenz dar, welche die Fähigkeiten eines Menschen bei weitem übertrifft.

 

Googles RankBrain gehört zur Familie der ANI. Diese Art von künstlicher Intelligenz existiert schon seit längerer Zeit – sie begegnet uns beispielsweise bei Spamfiltern im Mail-Postfach oder bei den allseits bekannten „Das könnte Sie auch interessieren“-Vorschlägen von Onlinehändlern.

Diese Art von ANI basiert auf dem Funktionsprinzip des menschlichen Gehirns, welches durch das Verbinden von Informationen (Neuronen) neues Wissen und Fähigkeiten erlernt. Wissenschaftler behaupten, dass durch diese Vorgehensweise eine AI alles von Rohdaten erlernen und darüber hinaus das Aneignen von neuem Wissen vollkommen automatisieren könnte (deep learning).
Dieser Ansicht ist auch Google und entwickelt gemeinsam mit dem Unternehmen „DeepMind“, welches seit Anfang 2014 zur Google-Familie gehört, die Algorithmen der Zukunft.

 

Die Auswirkungen auf SEO

Um wirklich konkrete Aussagen darüber treffen zu können, wie RankBrain die SEO-Welt beeinflussen wird, fehlen schlichtweg noch die Erfahrungswerte. Welcher Trend sich fortsetzen wird, liegt jedoch klar auf der Hand:

  • einzigartiger Content, der für den Seitenbesucher von hoher Relevanz ist
  • holistischer Content, der ein Thema möglichst allumfassend behandelt
  • responsive bzw. mobile friendly Websites
  • ältere Beiträge pflegen und erweitern
  • Seiten mit guter User Experience
  • innovative und kreative Ideen
  • nützliche Features

 

Vor allem die Website-Optimierung für Mobilgeräte ist mittlerweile – und wird auch in Zukunft – einer der wichtigsten Rankingfaktoren. In unserem Blogartikel „Mobile UX“ findet ihr weitere Informationen und Tipps rund um mobile first-Strategien.

Die Sprachsuche á la „Okay Google“ wird ebenfalls immer öfter genutzt – daher lohnt es sich, bei der Keyword-Recherche Long-Tails zu wählen, die einen gesprochenen Charakter aufweisen. Somit lässt sich organischer Traffic über dieses Feature abstauben.

Darüber hinaus behalten Social Media Präsenz, Videocontent, Local SEO usw. als Rankingfaktoren ihre Wichtigkeit und sollten auch in Zukunft gehegt und gepflegt werden.

So mancher Blog berichtet auch, dass mit RankBrain die klassische Keyword-Recherche der Vergangenheit angehören soll – dieser Fall wird wohl nicht eintreten. Da RankBrain auf den Seiteninhalt und somit auf Keywords angewiesen ist, um diese überhaupt in semantische Beziehungen zu stellen, wird die Keyword-Recherche weiterhin ein fundamentaler Teil der SEO bleiben.

 

Zusammenfassend kann man sagen: Wenn deine Seitenbesucher deine Seite lieben, so wird es auch Google RankBrain tun 🙂

 

Weiterführende Links

t3n.de – Google weitet sein KI-System auf die ganze Suche aus

Search Engine Land – RankBrain

Search Metrics – RankBrain, künstliche Intelligenz und die Entwicklung der Google-Architektur

 

 

 





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